Kirchenwahl 2019

Wollen die Kirche gestalten...

Balingen. Am vergangenen Sonntag wurden die sieben Kandidatinnen und Kandidaten der vier Gesprächskreise des Wahlbezirks Tuttlingen – Balingen vorgestellt. Im Evangelischen Gemeindehaus der Balinger Stadtkirche legten die angereisten Kandidaten dar, mit welchen Zielen sie sich für einen Sitz im württembergischen Kirchenparlament zur Wahl stellen.

Dekan Beatus Widmann begrüßte die Kandidaten, sowie die zahlreichen Interessierten und die beiden Koordinatoren des Abends, Wolfgang Staiger (Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle Balingen) und Pfr. Markus Arnold (Tuttlingen). Staiger und Arnold sind Teil des sogenannten Vertrauensausschusses und für die korrekte Durchführung der Wahl verantwortlich – und somit auch für die Vorstellung der Bewerber. Sie eröffneten die erste Vorstellungsrunde, in der die Bewerberinnen und Bewerber sich selbst und ihre Motivation zur Kandidatur in kurzen Statements präsentieren konnten. Für den Gesprächskreis Kirche für Morgen trat zunächst Martin Mielke (Steuerberater aus Endingen) ans Rednerpult: „Die Kirche braucht einen Kurswechsel!“ - sie brauche diesen dringend, um die Menschen neu zu erreichen, die sie heute nicht mehr erreiche. Als Vertreter der Offenen Kirche gehen zwei Kandidaten ins Rennen: Hans-Martin Hauch (Pädagoge) aus Frommern und Pfarrer Reinhold Schuttkowski (Meßstetten) – an diesem Abend via Fernvorstellung. Beide stehen ein für eine offene, faire und tolerante Kirche, die für alle Menschen da sein müsse – egal wie alt oder jung sie seien oder wen sie liebten. Alle seien Ebenbilder Gottes und müssten auch als solche behandelt werden. Hauch betonte, ihm liege besonders das Thema Gerechtigkeit am Herzen, sowohl die Gerechtigkeit in der einen Welt, als auch die im gelebten Nahbereich jedes Einzelnen.

Amrei Steinfort (Schuldekanin) aus Hechingen bewirbt sich für den Gesprächskreis Evangelium und Kirche um einen Sitz, ebenso wie Pfarrerin Nicole Kaisner aus Mühlheim. Beiden stellten fest, dass Kirche zu oft mit sich selbst beschäftigt sei und dabei zu wenig Zeit und Kraft bleibe, mit Wort und Tat nah bei den Menschen zu sein. Das eigentliche Ziel müsse sein, dass Kirche sich dem Wandlungs- und Handlungsdruck nicht entziehe, sondern sich darüber Gedanken mache, wie gutes Leben für alle möglich sei.

Gleich drei Kandidaten der Lebendigen Gemeinde stellen sich dem Votum am 1. Advent dieses Jahres: Julian Kempf (Student) aus Mühlheim und - via Videoclip aus Durham (GB) - Christoph Lehmann (Student aus Aldingen) stellten ihre Agenda vor. Pfarrer Dr. Thomas Gerold (Geisingen) schloss mit seinem Statement die Vorstellungsrunde ab. Betont wurde von allen drei Kandidaten des Gesprächskreises der lebendige Glaube an Jesus Christus, der in verschiedenen und auch frischen Formen in der Kirche Ausdruck finden soll. Die Kirche müsse sich darum bemühen, z.B. die Jugendarbeit und das ehrenamtliche Engagement neu zu würdigen und zu fördern. Es müsse nach neuen Aufbrüchen gesucht werden, dass Kirche auch in neuen Formen den Menschen erlebbar und attraktiv werden kann.

Abschluss des Abends war das offene Mikrophon, das gut und gerne genutzt wurde: Die interessierten Gäste konnten den Kandidaten eigene Fragen stellen und sich ein Bild von den Personen machen, die sich zur Gestaltung der Kirche in der kommenden Legislaturperiode zur Wahl stellen.

Die Kirchenwahlen finden am 1. Advent, also am 1.12.2019 statt. In Württemberg werden hierbei zum einen die Kirchengemeinderäte vor Ort gewählt, aber zum anderen auch die Synodalen als Abgeordnete in das Parlament der Kirche. Die Synodalen werden in Württemberg in einer Urwahl von allen wahlberechtigten Evangelischen (ab 14 Jahren) bestimmt – diese direkte Form der Mitbestimmung durch alle ihre Glieder ist nur im Ländle vorgesehen und konstituiert ein Parlament, dass sich nach Verfassung der Kirche zu zwei Dritteln aus nicht-ordinierten Personen und nur zu einem Drittel aus Ordinierten (Pfarrerinnen und Pfarrern) zusammensetzt. „Dieses Verhältnis tut unserer Kirche gut“- so Dekan Widmann.

 

Information: Am nächsten Sonntag, 20.10.2019, findet die gleiche Vorstellung nochmals in Tuttlingen statt, im evangelischen Gemeindehaus in der Gartenstraße 1, ebenfalls um 17 Uhr. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

  • addremove Die Kirchenwahl in Württemberg

    Am 1. Dezember 2019 wählen die rund zwei Millionen wahlberechtigten Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg neue Kirchengemeinderäte sowie eine neue Landessynode.

    Etwa 10.000 Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte leiten die etwa 1.244 Kirchengemeinden der Landeskirche zusammen mit ihrer Pfarrerin bzw. ihrem Pfarrer. Und die 90 ebenfalls zu wählenden Landessynodalen bestimmen den Kurs der gesamten Kirche auf landeskirchlicher Ebene mit.

    Wichtig, so der Landesbischof July, sei die Unterstützung durch eine breite Wahlbeteiligung: „Jede Wählerin und jeder Wähler unterstützt auf diese Weise unser Kernanliegen in der württembergischen Landeskirche: Dass die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus in Wort und Tat auch in Zukunft die Menschen im Land erreicht, ihnen hilft, sie ermutigt, sie tröstet.“

    Alle Infos zur Kirchenwahl auf www.kirchenwahl.de

  • addremove Die Wahl in die Kirchengemeinderäte

    Am 1. Dezember 2019 werden in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg über 10.000 Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte gewählt.

    In den Gemeinden der württembergischen Landeskirche ruht die Verantwortung auf mehreren Schultern. Die Pfarrerin bzw. der Pfarrer leiten gemeinsam mit dem gewählten Kirchengemeinderat die Gemeinde. In jeder Gemeinde werden am 1. Advent zwischen vier und 18 Kirchengemeinderäte gewählt. Das Ergebnis der Wahl des Kirchengemeinderats in Ihrer Gemeinde erfahren Sie über Ihr Pfarramt.

    Mehr über die Aufgaben des Kirchengemeinderats auf www.kirchenwahl.de

  • addremove Die Wahl der Landessynode

    Am 1. Dezember 2019 werden nicht nur die Kirchengemeinderäte, sondern auch die Mitglieder für die 16. Württembergische Landessynode gewählt.

    Die Landessynode wird direkt von den Gemeindegliedern gewählt. Sie ist die gesetzgebende Versammlung der Kirchenleitung. Ihre Aufgaben ähneln denen von politischen Parlamenten.

    Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist die einzige Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der die Mitglieder der Landessynode direkt von den Gemeindegliedern gewählt werden (Urwahl). Die Synodalen werden in Wahlkreisen für sechs Jahre gewählt.

    Die Landessynode auf einen Blick auf www.kirchenwahl.de

  • addremove Die Kirchenwahl in unserer Gemeinde

    Geben auch Sie am 1. Dezember 2019 Ihre Stimme bei der Kirchenwahl ab!

    Haben Sie Fragen zur Wahl, die Ihnen auf www.kirchenwahl.de nicht beantwortet werden? Dann wenden Sie sich an unser Pfarramt, Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin oder an amtierende Kirchengemeinderätinnen und -räte.

    Auch wenn Sie für die Kirchenwahl kandidieren möchten, stehen wir gerne zur Verfügung! Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, wir beantworten gerne ganz unverbindlich Ihre Fragen.

    Informationen zu den Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl der Landesyndode finden Sie ab Oktober 2019 auf www.kirchenwahl.de.